16.01.2019 in Stadtentwicklung

Starkes Zeichen gegen Mietsteigerungen

 

Täglich berichten die Medien über Mitpreiserhöhungen und Wohnungsmangel in unserer Stadt – da freut man sich über folgende Meldung: „265 Wohnungen in Mitte und Neukölln werden städtisch“. Wie Ephraim Gothe, Stadtrat in Mitte (SPD), und Jochen Biedermann, Stadtrat in Neukölln (Bündnis 90/Die Grünen), in einer gemeinsamen Pressemitteilung ausführen, können die Vorkaufsrechtsausübungen in der Böhmischen Straße/Thiemannstraße in Neukölln und der Seestraße/Turiner Straße in Mitte jetzt rechtskräftig werden. Die SPD-Fraktion Mitte freut sich mit den 265 Haushalten, die jetzt bei städtischen Wohnungsbaugesellschaften unterkommen, und begrüßt die bezirksübergreifende Zusammenarbeit im Kampf gegen die Preisdynamik auf dem Wohnungsmarkt.

30.10.2018 in Stadtentwicklung

Keine Flächen ungenutzt lassen!

 

SPD-Fraktion Mitte kämpft gegen Leerstand im Bezirk

 

"Die Verfolgung der Zweckentfremdung muss verstärkt werden - die Polizei kann nicht die Wohnungsfrage lösen“, erklärte Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) am 6. Oktober. Er kommentierte damit die friedliche Räumung des  kurzzeitig besetzten leerstehenden Hauses in der Berlichingenstraße 12 in Berlin-Moabit. 

 

Gothe hatte vorab vor Ort zwischen den Eigentümervertretern und den Besetzern vermittelt und darauf hingewiesen, dass die Aktivisten mit dem unbegründeten Leerstand auf ein echtes Problem aufmerksam machen: "Richtig wäre aber, die Bezirksämter bei der Bekämpfung des Wohnungsleerstandes noch weiter zu stärken“, fügt er hinzu.

 

Die SPD-Fraktion Mitte unterstützt ihren Stadtrat bei seinen Bemühungen, keine Flächen im Bezirk ungenutzt zu lassen. Der stadtentwicklungspolitische Sprecher Sascha Schug erläutert: „In der wachsenden Stadt wird dringend bezahlbarer Wohnraumbestand benötigt. Vorhandene Grundstücke und Gebäude müssen genutzt werden und dürfen nicht leer stehen, verfallen oder als Spekulationsobjekte missbraucht werden, wie das bei der faktisch leerstehenden Immobilie in der Berlichingenstraße 12 immer wieder der Fall gewesen ist.“ 

07.06.2018 in Stadtentwicklung

Anzeige in der Berliner Woche vom 6.6.18

 

28.05.2018 in Stadtentwicklung

Es grünt so grün in der Mitte Berlins.

 

Möchte man sich das wirklich vorstellen? Die Fassade des Humboldt Forums völlig begrünt, nur die Fenster schauen durch den Pflanzen-Dschungel? Dafür der ganze Aufwand bei der Rekonstruktion der Fassade des Berliner Schlosses? Egal – es ist ein – sicherlich provozierender – Vorschlag einer Arbeitsgruppe der Stiftung Zukunft Berlin, die sich gegründet hatte, um sich Gedanken darüber zu machen, wie und wo „die Natur“ in Berlins Mitte wieder oder weiterhin eine bestimmende Rolle spielen solle. Nun hatte die Stiftung zu einer Informationsveranstaltung in die ESMT (European School of Management and Technology) im ehemaligen Staatsratsgebäude am Schlossplatz 1 geladen. Viele Interessierte kamen, der etwa hundert Plätze fassende Saal war bis auf den letzten Platz besetzt.

Ihr Kommen hatte die Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Regine Günther, zwar zugesagt, musste aber kurzfristig absagen und schickte ihren Staatssekretär Stefan Tidow. Durch die Veranstaltung führte Stefan Richter, geschäftsführender Vorstand der Stiftung Zukunft Berlin. Staatssekretär Tidow sprach ein paar einführende Worte zum Thema, Hausherr Georg Garlichs, Geschäftsführer der ESMT Berlin, begrüßte die Anwesenden in dem Saal, in dem der seinerzeitige Bundeskanzler Gerhard Schröder mit seinen Minister*innen in den Neunziger Jahren interimistisch Bundeskabinettsitzungen abgehalten hatte. Im Vorraum hatte bis 1989 noch Erich Honnecker sein Büro. Ein geschichtsträchtiger Ort also.

Der Titel der Veranstaltung hatte schon mal neugierig gemacht: „Urbanes Grün für die Stadt der Zukunft – Pilotgebiete in der Berliner Mitte“. Und er versprach nicht zu viel. Koryphäen ihres Fachgebietes präsentierten die Ergebnisse der Arbeitsgruppe(n), so z.B. Klaus Henning von Krosigk, der als „ehemaliger Gartenbaudirektor Berlin“ angekündigt war, das aber gleich korrigierte: er war als stellvertretender Amtsleiter bzw. Landeskonservator für das Land Berlin tätig. Studiert hatte er mal Gartenarchitektur und Gartengeschichte. Und Hartmut Balder von der Beuth Hochschule, Justus Meißner von der Stiftung Naturschutz Berlin, der Archäologe Wolf-Dieter Heilmeyer und Tim Edler vom Flussbad Berlin e.V.

Quintessenz der Kurzvorträge: „Kümmert Euch um Eure Mitte!“ Die zehn Leitlinien - die die Stadtdebatte „Alte Mitte, neue Liebe“ Anfang 2016 ergeben hatte – verlangen, den öffentlichen Raum zwischen Alexanderplatz und Humboldt Forum und deren Verbindungen zu den umliegenden Quartieren in einen Masterplan zu gießen. Die Stiftung Zukunft Berlin ist der Meinung, dass nicht gewartet werden sollte, bis Einzelentscheidungen zu einzelnen Flächen gefällt würden, vielmehr müssten die Bereiche Fußbebauung des Fernsehturms, das sogenannte „Rathausforum“ bis zur Marienkirche und das Marx-Engels-Forum in Bezug zueinander eine „wertvolle Mittelpunktsfunktion“ für Anwohner, ganz Berlin, die Region erfüllen.

Rund um das neu entstehende Humboldt Forum herrscht „Öde“ – es gibt rund um den Gebäudekomplex nur versiegelte Flächen und so fordert die Arbeitsgemeinschaft mehr Grün nicht nur am, sondern auch rund um das Schloss mehr Grün. Die derzeitigen Planungen sehen lediglich vier Bäume in näherer Umgebung vor – zumal damit auch eine Verbindung zum „grünen“ Lustgarten geschaffen wäre. Darüberhinaus stellen sich die Akteure gegenüber der neu konzipierten Schlossfassade jenseits der Spree im jetzigen Marx-Engels-Forum einen sogenannten „Weltgarten“ mit Pflanzen aus – wie der Name schon sagt – der ganzen Welt vor. Damit würde auch eine gedankliche Verbindung zu den Exponaten (z.B. die ethnologischen Sammlungen aus Dahlem) im Humboldt Forum hergestellt. Sicherlich eine interessante Idee.

Für das sogenannte „Rathausforum“ stellen sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe einen „Platz der Stadt“ vor, auf dem es u.a. ein großer zentraler Platz für Versammlungen und Stadtfeste entstehen soll, technische Vorrichtungen für temporäre Gebäude (z.B. für Start ups, Lichtspiele, „Smart City“, technologische Innovationen, Public Viewing) geschaffen werden, ein tribünenartiger Pavillon für Bürgerveranstaltungen gegenüber des Rathauses an der Karl-Liebknecht-Straße aufgestellt wird etc. etc.

Es soll auch eine grundlegende Entlastung von Individual- und Durchgangsverkehr erfolgen, die Rathausstraße ganz ohne Verkehr auskommen, die Spandauer Straße sollte als „Shared Space“ entwickelt werden.

Viele, viele Vorschläge und Ideen, die anschließend von Anwesenden gutgeheißen bzw. kritisiert wurden. Vor allem das mal wieder vorgestellte Flussbad war umstritten. Mittlerweile überlegen die Initiatoren offenbar, den Zugang zum Flussbad nicht mehr am Lustgarten bzw. den Museen zu planen, sondern neben der ESMT – der Hausherr schien ganz angetan.

Der Grundtenor der gesamten Veranstaltung war der, dass man nun endlich die Fortsetzung der Debatte „Alte Mitte, neue Liebe“ erwarte, nachdem schon wieder mehr als zwei Jahre nach Verabschiedung der Leitlinien vergangen sind. Es steht die Vermutung im Raum, dass die zuständige Senatorin (in diesem Fall Katrin Lompscher, Die Linke) keine rechte Lust hat, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Das lässt sich auch beim fehlenden Fortschritt am Umbau des Molkenmarktes beobachten. Ob Regine Günther als für das Grün zuständige Senatorin mehr Engagement an den Tag legen wird, war nach den Äußerungen ihres Staatssekretäres nicht unbedingt erkennbar. Es ist also noch viel zu tun, Die Stiftung Zukunft Berlin hat einen wichtigen Anstoß gegeben, nun sind auch die Parteien, Fraktionen und Senatsverwaltungen aufgerufen, sich eine Meinung zu bilden und – vor allem – auch umzusetzen!

Stefan Draeger

10.04.2017 in Stadtentwicklung

Wie geht es weiter in Moabit-West ? Bürgerwerkstatt des Quartiersmanagement Moabit-West am 25.2.2017 Stadtschloss Moabit

 
Bürgerwerkstatt Moabit-West

Wie geht es weiter in Moabit-West ? - von Sonja Kreitmair

Vor mehr als 40 Jahren hatte die von Willy Brandt geführte sozial-liberale Regierung die Städtebauförderung als Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern eingeführt. Sie leistet seitdem einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung in deutschen Städten und Gemeinden: historische Stadtkerne wurden erhalten, Innenstädte wiederbelebt und sozial benachteiligte Gebiete aufgewertet.