Kleiner und Großer Schillerpark

Veröffentlicht am 18.10.2018 in Bezirk

Ein neues Konzept für den Schillerpark

 

Bezüglich eines neuen Konzepts für den Schillerpark ergaben sich offene Punkte über den Ist-Zustand und eine mögliche Zukunft des Parks. Die Vorsitzende der SPD-Fraktion der BVV Mitte Martina Matischok beantwortete die Fragen der Redakteurin Katja Reichgardt vom Berliner Abendblatt wie folgt:

 

 

1.    Welche Punkte sind für Sie entscheidend für ein neues Konzept für den Schillerpark?
2.    Was sind die aktuellen „Probleme“ im Park?
3.    Wie könnte der Schillerpark in Zukunft aussehen?
 

 

Probleme und mögliche Lösungen für den Schillerpark

Die Probleme im Schillerpark erstrecken sich auf die beiden Teilbereiche kleiner und großer Schillerpark. Besonders problematisch ist seit dem vergangenen Jahr die Situation im kleinen Schillerpark. 

Durch die starke Übernutzung gibt es folgende Problemlagen:

1. Hohes Müllaufkommen:


Zur Zeit werden nur die Hauptwege vom Müll befreit. Es wurden bereits in diesem Sommer Müllbehälter aufgestellt, deren Kapazität aber bei weitem nicht ausreicht. Erforderlich sind weitere Abfallbehälter mit Deckel zum Schutz vor Vandalismus und Futter suchenden Tieren in verschiedenen Größen an mehreren neuen Standorten. 
Sofern das Grünflächenamt mit der Reinigung überfordert ist, könnte gemäß des bereits in anderen Parks angewandten Modells ggf. die BSR die Reinigung unterstützen.

Beispielfoto der Vermüllung im Schillerpark
Beispielfoto der Vermüllung im Schillerpark

2. Toiletten:


Im Bereich des kleinen Schillerpark fehlt dringend eine Toilette. Bedürfnisse der kleinen und großen Besucher des Parks und der Plansche werden derzeit im Gelände verrichtet. Das ist weder hygienisch noch der Natur zuträglich. Vom Senat ist für den Standort Plansche die Errichtung einer Modultoilette vorgesehen, die laut einer Anfrage Ende 2019 realisiert werden soll. Die Einrichtung einer temporären mobilen Toilette bis dahin – immerhin eine komplette Sommersaison - wurde im entsprechenden Ausschuss der BVV von Bündnis90/Grüne mit Verweis auf das Toilettenkonzept des Senats abgelehnt.
Eingedenk der Tatsache, dass die geplante Realisierung in 2019 möglicherweise nicht zustande kommt, wäre die Einrichtung einer mobilen Behelfstoilette für die kommende Saison spätestens mit Inbetriebnahme der Plansche unbedingt zu sichern. 

3. Wege:


Die Wege durch den Park sind generell schwierig zu begehen, bereits bei geringen Niederschlägen für ältere und Menschen mit Einschränkungen gar nicht. Auch mit Kinderwagen ist ein gefahrloses Passieren nicht gewährleistet. Hier muss dringend für Sicherheit gesorgt werden, um allen Menschen die Nutzung des Parkes zu ermöglichen. Wegbeläge müssen instandgesetzt bzw. erneuert werden.


4. Parkraumsituation der Anwohner:

Durch die Anreise von vielen Nicht-Anwohnern mit PKW finden Anwohner der Siedlung Schillerpark und der den Park umgebenden Straßen an Wochenenden teilweise keine Parkplätze. Eine Parkraumbewirtschaftung könnte möglicherweise Abhilfe schaffen. Ähnlich wie in der Parkzone 29 wäre hier dann auch der Sonntag gebührenpflichtig. Das würde allerdings verstärkte Kontrollen durch Ordnungsamtskräfte erfordern. 

5. Beleuchtung: 


Eine Beleuchtung der Wege im Park würde das Sicherheitsgefühl wesentlich steigern, was allerdings wg. denkmalrechtlicher Beschränkungen anscheinend nicht machbar ist.


Der große Schillerpark hat fast identische Problemlagen: die Toilettenproblematik ist nicht gegeben, da sich an der Ungarnstraße als auch der Edinburger Straße City-Toiletten befinden. 


Für den großen Schillerpark sind die Problemlagen ähnlich. 

1. Durchwegung:
Die Durchwegungen im Park sind ähnlich wie im kleinen Schillerpark stark rekonstruktionsbedürftig. 

2. Vermüllung:
Auch das Problem der Verschmutzung bei Übernutzung der Parkfläche besteht hier identisch

3. Die Bastion:
Die Bastion macht einen zusehends ramponierten und baufälligen Eindruck. Laut Bezirksamt - BA wird seit 2017 an einem Plan zur Gesamtsanierung gearbeitet. Der bauliche Zustand der Bastion und der im Inneren gelegenen Räumlichkeiten ist für den Bezirk und die Stadt keine gute Visitenkarte.

4. Planungssicherheit u.a Faustballturnier:
Alljährlich findet im Frühjahr auf der großen Wiese vor der Bastion das weltgrößte Faustballturnier statt. Hier bedarf es einer Planungssicherheit.


Vereinzelt ist im Bereich der Bastion Drogenkonsum und -handel zu beobachten.  Auch hier muss gegengesteuert werden. Es gilt, Maßnahmen zu ergreifen, durch die das allgemeine Sicherheitsgefühl nachhaltig erhöht werden kann.

Der Schillerpark ist einer der ersten Parks in Berlin, die für Spiel, Spaß, Sport und Erholung in der Natur konzipiert und angelegt wurden.

Das Ziel der SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Mitte ist es, diesen Park wieder zu einem besuchenswerten Ort zu machen, an dem sich alle Menschen sicher und wohl fühlen können und die Natur respektieren und sauber halten. Wir brauchen Erholungsgebiete in Wohnnähe und freuen uns über eine bewusste und 
nachhaltige Nutzung durch die Menschen unserer Stadt und ihrer Gäste.

Wichtig ist uns dabei, dass jede und jeder für seinen und ihren Park ein Stück Verantwortung übernimmt und bei Vermüllung, Vandalismus und Gewalt nicht wegschaut, sondern eingreift. Niemand soll sich in Gefahr bringen, eingreifen bedeutet auch durch Information an Polizei, Ordnungsamt und ggfs. Grünflächenamt oder an die Fraktionen in der BVV etwas zu verhindern oder zu verbessern.

Martina Matischok

Foto: Commons Wikimedia