SPD-Fraktion Berlin Mitte

Wie geht es weiter in Moabit-West ? Bürgerwerkstatt des Quartiersmanagement Moabit-West am 25.2.2017 Stadtschloss Moabit

Stadtentwicklung

Bürgerwerkstatt Moabit-West

Wie geht es weiter in Moabit-West ? - von Sonja Kreitmair

Vor mehr als 40 Jahren hatte die von Willy Brandt geführte sozial-liberale Regierung die Städtebauförderung als Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern eingeführt. Sie leistet seitdem einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung in deutschen Städten und Gemeinden: historische Stadtkerne wurden erhalten, Innenstädte wiederbelebt und sozial benachteiligte Gebiete aufgewertet.

 

 

Während die schwarz-gelbe Bundesregierung die Axt an die Städtebauförderung angelegt und 2010 die Bundesmittel auf 455 Millionen Euro gekürzt hatte, hat es die SPD in der schwarz-roten Koalition  geschafft, die Mittel wieder aufzustocken. Von den jetzt jährlich zur Verfügung stehenden 700 Millionen Euro fließen Millionen auch nach Berlin, unter anderem in die verschiedenen Fördergebiete in Berlin Mitte.

Eines dieser Gebiete ist Moabit-West (Beusselstraße), dessen Quartiersmanagement am Samstag den 25.02.2017 Anwohner und Interessierte zu einer Bürgerwerkstatt geladen hatte, um Wünsche und Ideen für die Weiterentwicklung dieses Gebietes zu diskutieren. Moabit-West zählt zu den am dichtesten besiedelten Quartieren in Berlin, mit hohem Verkehrsaufkommen, wenig Grün und großen sozialen Problemen. Wer genauer hinschaut, sieht aber auch die Vielzahl an interessanten Akteuren und Projekten, die den Kiez lebendig machen und dazu beitragen, dass die Bevölkerungszahl deutlich wächst.

In vier Arbeitsgruppen wurden in der Bürgerwerkstatt im Stadtschloss Moabit Probleme und Lösungen diskutiert, die mit den Mitteln von der Europäischen Union, Bund und Land in den nächsten Jahren umgesetzt werden sollen. Probleme sind vor allem die fehlende Aufenthaltsqualität von Straßen und Plätzen, mit vermüllten Straßen und Spielplätzen und mittendrin die stark befahrene Beusselstraße und die lebendige Turmstrasse, deren Radwege aber oft zugeparkt sind. Probleme sind aber auch, dass ein hoher Teil der Kinder mit ungenügenden Sprachkenntnissen und Auffälligkeiten in der Körperkoordination oder Übergewicht eingeschult werden und die Schule oft ohne Abschluss verlassen. Der Outdoor-Fitness-Platz am Neuen Ufer ist unzureichend erreichbar und vielen nicht bekannt. Andererseits gibt es im Huttenkiez neben Siemens noch rund 300 Unternehmen mit interessanten Arbeitsfeldern, es gibt vielfältige kulturelle Angebote wie das Theater X oder die Galerie Nord. Bemängelt wird aber die Unkenntnis dieser Angebote und die fehlende Vernetzung mit den Bewohnern vor Ort.

Mehr Achtsamkeit und Rücksichtnahme, mehr und gepflegtere Grünanlagen und Räume für soziale und kulturelle Zwecke sollen das nachbarschaftliche Miteinander im Kiez stärken und dazu beitragen, die Akteure stärker zu vernetzen und Angebote zu nutzen und weiter zu entwickeln. Diese und weitere Ideen sollen in den nächsten Wochen weiter diskutiert werden und schließlich in das Integrierte Handlungs- und Entwicklungskonzeptes als Basis für die Programmplanung der nächsten Jahre münden. Alle Interessierten sind dazu eingeladen.

Die Arbeitsgruppensitzungen finden am 28.2. (Kultur), 7.3. (öffentlicher Raum), 14.3. (Gewerbe), 16.3. (Bildung) und 21.3. (Nachbarschaft) jeweils um 16.00 Uhr im Vor-Ort-Büro in der Rostocker Strasse 3 statt.

Bericht: Sonja Kreitmair