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Finanzielle Grundlage des Bezirkes Mitte -
der Haushaltsplan 2010 / 2011
von Martina Matischok, Bezirksverordnete (SPD)
10. Juni 2010
Die BVV hatte in der Sitzung vom 12.11.2009 den Haushaltsplanentwurf
des Bezirksamtes Mitte von Berlin mehrheitlich abgelehnt. Der Bezirk wurde
unter die vorläufige Haushaltswirtschaft gestellt, so dass nur noch
die absolut notwendigen Pflichtaufgaben ausgeführt werden konnten.
Die Verhängung einer Haushaltssperre war uns im Vorfeld unserer Entscheidung
bewusst, dennoch konnte keine Zustimmung erfolgen. Wir wussten auch, dass
selbst bei Zustimmung die Haushaltssperre verhängt wird. Dies deswegen,
weil von Seiten des Senats und des Abgeordnetenhauses der Bezirk aufgefordert
wurde, ein Konsolidierungskonzept vorzulegen.
Nachbesserungen im Haushaltsplan erfolgten insbesondere im Jugendbereich,
so konnten Mittel für den Übergang einer Jugendeinrichtung in
andere Trägerschaft, Gelder für Jugendfreizeitreisen und zwei
weitere Therapeutenstellen für "Risikokinder" eingestellt
werden. Auch das Schulumweltzentrum bleibt uns, wenn auch reduziert, erhalten.
Dem geändert vorgelegten Entwurf wurde in der Sitzung im Februar
2010 mehrheitlich zugestimmt, obwohl der Haushaltsplanentwurf alles andere
als unseren Vorstellungen entsprach. Diese waren durch die Rahmenbedingungen
und Vorgaben des Senats auch gar nicht erreichbar.
Um dem Bezirk aber nicht völlig die Handlungsfähigkeit zu nehmen,
stimmten wir letztendlich dem Haushaltsplanentwurf für die Jahre
2010 / 2011 zu. Dies führte, wie im Vorfeld allerdings auch schon
befürchtet, nicht zur Aufhebung der Haushaltssperre. Das von der
BVV beschlossene Konsolidierungskonzept und die Zustimmung zur Schulentwicklungsplanung
wurden von uns gefordert. Wir stimmten dem von BVV und Bezirksamt gemeinsam
erarbeiteten Konsolidierungskonzept zu. Der Schulentwicklungsplan konnte
allerdings wegen fehlender Daten nicht fertiggestellt werden. Die Krux
daran war allerdings, dass uns hier die Zuarbeit der Senatsverwaltung
fehlte.
Nach Vorlage des durch die BVV bestätigten Konsolidierungskonzeptes
wurden Nachbesserungen vom Senat und vom Abgeordnetenhaus gefordert. Die
Rahmenbedingungen für die notwendige Haushaltskonsolidierung wurden
aber im Gegenzug nicht verbessert. Schmerzhafte Nachbesserungen durch
Kürzungen, teilweise auch durch Einnahmeerhöhungen waren die
Folge. Mittlerweile konnte auch dem Schulentwicklungsplan zugestimmt werden.
Am 02.06.2010 wurde das nachgebesserte Konsolidierungskonzept im Hauptausschuss
des Abgeordnetenhauses beraten, bestätigt und zur Arbeitsgrundlage
für das bezirkliche Handeln gemacht. Durch zustimmende Kenntnisnahme
des Ergänzungsplans 2010 endete die vorläufige Haushaltswirtschaft.
Das Bezirksamt Mitte hat sich darauf verständigt, keine bezirkliche
Haushaltssperre zu verhängen, allerdings mit der Option, dass sich
das jeweilige finanzielle Handeln weiterhin an den Kriterien der "Unbedingten
Notwendigkeit" orientiert.
Wir werden in den nächsten Monaten und Jahren trotz aller Anstrengungen
weiter in einer erheblichen finanziellen Notlage verbleiben, wenn sich
die finanziellen Rahmenbedingungen und Vorgaben, insbesondere der Senatsverwaltung
für Finanzen und des Abgeordnetenhauses, nicht verbessern.
Bereits am 23.02.2010 hatten wir in dem Dringlichkeitsantrag mit Drucksachen
- Nummer 1570/III unsere Vorstellungen von fairen finanziellen Rahmenbedingungen
zwischen dem Land und den Bezirken dargestellt. Die weitere Entwicklung
bleibt abzuwarten.
Unser Ziel bleibt ein ausgeglichener, sozial gerecht gestalteter Haushalt,
der ohne Bauchschmerzen zustimmungsfähig ist. Aber ohne die Unterstützung
derjenigen, die die finanziellen Mittel für die Haushaltsplanaufstellung
bereitstellen, wird diese Zielerreichung ein Traum bleiben.
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